„Subnautica“ [Gastbeitrag]

In eine fremde Welt eintauchen

Nach dem Absturz der des Transport-Raumschiffs „Aurora“ auf einem fernen Ozeanplaneten trotzt der von uns gesteuerte Protagonist in bester Survival-Manier den Widrigkeiten der Wasserwelt. Abseits einiger Screenshots, positiver Bewertungen und der Ankündigung eines baldigen Releases wusste ich Ende 2017 nicht mehr über Subnautica – und das war auch gut so.

Viel zu oft ertappe ich mich dabei, wie ich bei meinen Fahrten in Hypetrain alle Trailer, Gamplayszenen, Screenshots, Entwicklerblogs, Patchnotes und Leaks bis ins kleinste Detail aufsauge, nur um einige Zeit später zu denken, dass ich die Hauptcharaktere, Schauplätze, Mechaniken und Story bereits kenne. Echt schade, da man zwar vorab, aber nicht mehr während des Spielens staunt.

Subnautica lehrte mich, wie lohnenswert es ist, sich davor zu schützen. Nur so war es mir möglich, mit kindlicher Begeisterung in die mir völlig fremde Welt einzutauchen, ihre Lebewesen zu studieren und Geheimnisse zu lüften. Um euch die selbe Gelegenheit zu bieten, beschränkt sich der Beitrag auf die offensichtlichen Kernelemente.

Wie ein Fisch im Wasser

Rund um „Lifepod 5“, einer Rettungskapsel, die euch als erste Basis dient, erkundet ihr nach und nach die Spielwelt. Ihr scannt die Umgebung, sammelt, craftet, verbessert eure Ausrüstung und kümmert euch um den Auf- bzw. Ausbau einer oder mehrerer Basen. Vorangetrieben wird der motivierende Gameplayloop durch regelmäßige Storyelemente, die in angenehmen Abständen in tiefere und meist auch gefährlichere Regionen locken. Eine Portion Mystery verstärkt den Entdeckerdrang.

Sauerstoff ist zu Beginn der limitierende Faktor, für den ihr immer wieder rechtzeitig zur Oberfläche aufsteigen müsst. In brenzlichen Situationen habe ich mich mehrfach dabei ertappt, wie ich tief nach Luft schnappte, nachdem ich nur knapp einem Höhlenlabyrinth entkommen war. Später ist es der enorme Druck, den ihr zum Erreichen der tieferen Regionen überwinden müsst.

Besonders viel Spaß macht die Steuerung, da man mit immer besserer Ausrüstung regelrecht durch das weite Meer „fliegt“. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fühlt ihr euch schnell so vertraut wie ein Fisch im Wasser. Euer treuer Begleiter ist der PDA (Personal Digital Assistant). Er behält die Lebenserhaltungssysteme im Auge, liefert Informationen zur analysierten Umgebung und liest die in der Welt verstreuten Logbücher ein.

Im Gegensatz zu den Planeten von No Man’s Sky ist die Welt von Subnautica handgefertigt und nicht prozedural generiert. Dadurch haben alle Lebewesen ihre eigenen Verhaltensweisen und die verschiedenen Biome samt ihrer Höhlensysteme sind sinnvoll aufeinander abgestimmt. Klein ist das erkundbare Areal dadurch trotzdem nicht. Wer wie ich völlig ohne Orientierungssinn geboren wurde, kann im Wiki nach einer Karte der Spielwelt suchen.

Der gelungene Soundtrack untermalt das SciFi-Setting mit Synthesizern, die je nach Situation entspannt vor sich hin plätschern, geheimnisumwoben wummern oder im Takt des Adrenalins die Gehörgänge fluten.

Unter Wasser hört dich niemand schreien

Ich gestehe: Wenn mich im Urlaub beim Schwimmen im Meer etwas am Fuß streift, zucke ich sofort zusammen. Mein Gehirn malt sich in Sekundenbruchteilen aus, wie mich ein mit Klauen und Saugnäpfen bestückter Fangarm in die Tiefe zieht. Dieses Gefühl, so negativ es auch klingt, macht für mich den Reiz bei Subnautica aus. Die gähnend schwarze Leere hinter einer unterseeischen Klippe löst Ängste aus, die einem in Videospielen eher selten begegnen.

Dabei handelt es sich nicht um ein Horrorspiel. Es gibt weder gescriptete Jumpscares, noch blutiges Gemetzel oder wirklich verstörende Elemente. Vielmehr ist es die Atmosphäre, die euch ehrfürchtig oder mit einem mulmigen Gefühl erstarren lässt. Thalassophobie lautet das Stichwort: Die Angst vor großen, offenen Gewässern. Welch vielfältige Formen diese Furcht annehmen kann, zeigt das Subreddit r/thalassophobia.

Dennoch lauern in den tiefen auch Bedrohungen, vor denen man sich ab und zu erschreckt. Ob ihr mit allen Wassern gewaschen seid, findet ihr spätestens heraus, wenn aus euerm PDA folgender Satz ertönt:

„Detecting multiple leviathan class lifeforms in the region.“

Ins kalte Wasser werfen

Die zu Beginn wählbaren Modi bieten je nach Präferenz den passenden Einstieg und sorgen dafür, dass euch das Spiel nicht zwangsläufig ins kalte Wasser wirft:

  • Freies Spiel (ohne Durst und Hunger, ideal für Einsteiger)
  • Überlebensmodus (ihr müsst euch um Essen und Trinken kümmern)
  • Hardcore (Permadeath)
  • Kreativmodus (ideal für den Basenbau)

Apropos ins kalte Wasser werfen: Der Nachfolger „Subnautica: Below Zero“ ist seit Mai 2021 für alle gängigen Plattformen erhältlich und schickt euch an den Nordpol des selben Planeten.

Den zweiten Teil habe ich selber noch nicht gespielt, aber beim Original war ich bereits im Startgebiet dank der faszinierenden Flora und Fauna sofort hooked!

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