Wir brauchen Lichtschutzfaktor 1000 – es geht nach Dune! [Gastbeitrag]

Am 16.09.2021 kommt eine von Science-Fiction-Enthusiastinnen sehnlichst herbeigewünschte Neuverfilmung des Klassikers „Dune – Der Wüstenplanet“ in die Kinos. Ich war für euch in der Vorpremiere und erzähle euch jetzt meine Eindrücke. Natürlich ohne Spoiler.

Die Geschichten um den namengebenden Planeten „Dune“ sind ein Epos des Autors Frank Herbert, das in einer fernen Zukunft spielt (nicht ganz so fern wie Star Wars). Zunächst auf Grund der Welt und der Ideen, die in den Originalwerken erdacht wurden, galt eine Verfilmung des Stoffes lange Zeit als unmöglich; jedoch erfolgten einige Nicht-Verfilmungen sowie in den 80er Jahren eine Version unter Regie von David Lynch und später auch Miniserien. Jedoch waren sowohl Kritiker als auch Lynch selbst nicht überzeugt und der Film blieb lange Zeit eher ein Kult-Film denn ein Blockbuster.

„This movie is a real mess, an incomprehensible, ugly, unstructured, pointless excursion into the murkier realms of one of the most confusing screenplays of all time.“

Roger Ebert: Dune Movie Review & Film Summary, 1984

Nun haben wir eine Neuverfilmung von niemand geringerem als Denis Villeneuve bekommen, der dem/der einen oder anderen vielleicht bekannt ist für Filme wie Sicario, Arrival oder Blade Runner 2049, womit es sich um jemanden handelt, der sowohl fantastische Actionszenen gestalten kann sowie ein gewisses Faible für Science-Fiction zu haben scheint. Gute Voraussetzungen für eine zeitgemäße Interpretation. Und was soll ich sagen? Der 155 Minuten lange Film ist – Stop. Erst der Inhalt, dann die Bewertung. Ihr musstet genug unter meinem gegoogelten Geschreibe leiden, von daher: Ab zum spannenden Teil!

Eine Prise Star Wars, eine Prise Game of Thrones, eine Prise Innovation

Die Menschheit lebt in einer feudalistisch angehauchten Welt, gespickt mit verschiedenen Häusern, die verschiedene Systeme und Planeten regieren. Im Film geht es, wie in der Saga, um die Herrscher-Familie Atreides, angeführt von Leto Atriedes, und im besonderen Paul Atreides (ja, wirklich, Paul), die vom Imperator auf den von seinen Ureinwohnern Dune, vom Rest des Universums Arrakis genannten Planeten geschickt werden. Wasser ist rar und Sand gibt den (Farb-)Ton an. Das Volk der Fremen ist seit mehreren Jahrtausenden dort sesshaft und lebte lange unter der Herrschaft der Harkonnen, einer weiteren Herrscher-Familie, die sich von den Atreides wohl am meisten in der Weltanschauung und den Wertevorstellungen unterscheidet. Die Atreides sollen den Abbau der Ressource eines Rohstoffs koordinieren, was lange Aufgabe der Harkonnen war, und welcher für die Raumfahrt der Menschheit essenzielle Bedeutung hat und von eigentlich unbezahlbarem Wert ist. Doch – Überraschung – das Ganze funktioniert nicht ganz problemlos und viele unerwartete Wendungen bringen, gelinde gesagt, Unordnung in das Leben des Nachwuchsherrschers Paul und schicken diesen auf eine epische Reise, an deren Ende nichts anderes als – nein, auch hier wäre bereits zu viel gespoilert. Es fühlt sich bereits fragwürdig an.

Kommen wir vielleicht zu den spoilerungefährdeten Punkten dieser Schilderung. Ich werde auf verschiedene Aspekte eingehen, die der Handlungs nichts vorweg nehmen und einfach Lust machen sollen, diesen Film im Kino zu schauen.

Der Cast

Der Cast ist durchdacht besetzt und weist einige Hochkaräter auf, die ihr Übriges tun, den Film sehenswert zu machen. Namentlich haben wir hier Timothée Chalamet als Paul Atreides, Rebecca Fergusson als Konkubine seines Vaters Lady Jessica, Oscar Isaac als Herzog Leto Atreides, Josh Brolin, Dave Bautista, einen aus dieser schwedischen Schauspieler-Familie Skarsgard, Jason Momoa und Javier Bardem – wobei dies nichtmal alle sind.

Die Musik

Muss man bei dem Namen Hans Zimmer eigentlich noch was sagen? Ich glaube nicht. Ich machs doch: Mehr als stimmig, auf jeden Situation genau angepasst und still oder intensiv in den richtigen Momenten.

Die Atmosphäre

Gemeint ist hier das Zusammenspiel der drei Aspekte, die in der Regel für das Medium Film kennzeichnend sind: der auditive, der visuelle sowie der Handlung. Dies wurde meiner Meinung nach sehr harmonisch umgesetzt, sei es jetzt das Frühstück einer Herrscherfamilie, das Reisen durch eine endlos erscheinende Wüste, das Gefühl einer epischen Schlacht zwischen Gut und Böse oder familiäre Momente beim gemeinsamen Camping. Passend zum Setting ist die Technologie weit fortgeschritten und es existieren Maschinen unvorstellbarer Größenordnungen, neben denen Menschen wie Ameisen aussehen und die nicht immer friedlichen Zwecken dienen. Ähnlich wie bei Star Wars spielt in Dune der Nahkampf eine wichtige Rolle – wie und warum das so ist, wird an dieser Stelle nicht verraten, ist aber gut recherchierbar und wird im Film auch hinreichend dargestellt (aufmerksame Trailer-Gucker haben vielleicht bereits gewisse Ideen). Grundsätzlich sind die relativ rar gesetzten Actionsequenzen spannend und angemessen umgesetzt, jedoch vielleicht nicht immer für allzu junges Publikum geeignet (der Film ist ab 12) und machen einfach Laune, überladen die Geschichte aber nicht mit langatmigen und repetitiven Schlachtszenen. Auch die gesellschaftlichen Strukturen sind sehr interessant sowie überzeugend und vermischen Merkmale feudaler Herrschaft mit denen modernerer Staatsformen, geprägt von Hierarchien und großer Rivalität um Macht und Einfluss. Wir bekommen eine hochkomplexe und dystopische Gesellschaft vorgestellt, in denen vor allen Dingen die Reichen und Mächtigen ein „gutes“ Leben genießen, was jedoch stark unterminiert wird von besagten Fehden und Kriegen eben dieser Personen in ihrer Gier nach Reichtum und dem Durchsetzen ihrer Werte und Vorstellungen. Sowohl Kostüme als auch Special Effects machen den Film zu einer Augenweide und haben durch die vielfältigen „Stile“ bezüglich der Bekleidung unterschiedlicher Parteien gute Chancen auf einen Platz in der nächsten Sommer-Kollektion bekannter Modeketten.

Fazit

Da ich bereits Angst habe, zuviel verraten zu haben, hier mein Fazit zum Film:

„Die Neuverfilmung von Dune ist ein 155 Minuten Sci-Fi-Epos mit teuren Schauspielern und Spezialeffekten. Man merkt den technischen Fortschritt in der Filmbranche deutlich an, wovon der Film immens profitiert. Geschichte, Kameraarbeit, Vertonung, Atmossphäre greifen gut ineinander und haben mich wirklich durchgängig gefesselt. Ich hätte mir auch mehr als die zweieinhalb Stunden anschauen können. Es war ein sehr immersives Kinoerlebnis und gehört für mich definitiv zu den sehenswertesten Filmen des Jahres. Eine ganz klare Weiterempfehlung für alle, die in diesen Zeiten mal wieder Bock auf Kino haben!“

Alemikas, 16.09.2021, hooked.blog

Ich hoffe, ihr könnt mit dem Review was anfangen.

Vielen Dank fürs Lesen und bleibt gesund!

Alex

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: